ACKH – Flüchtlingshilfe – Das Ende einer tollen Gemeinschaft

Aber auch die Hoffnung nach strukturierter Hilfe

 

 

Liebe Begleiter*innen, Liebe Unterstützer*innen,

Wir haben uns entschlossen unsere Initiative zu beenden. Wir schließen damit ein tolles Kapitel der Nächstenliebe und Unterstützung ab. Unsere Staffelstäbe geben wir ab an die professionelle Flüchtlingsarbeit.

Auch hier gibt es viele Möglichkeiten zu Unterstützen und für Geflüchtete parat zu sein.

 

Geflüchtete Menschen, I-Lotsen und I-Lotsinnen als auch Deutschkursleitende können gerne Kontakt zu mir, meinem Kollegen Herrn Sven Schnase oder meiner Kollegin Frau Tina Begemann aufnehmen:

 

Für Hameln, Bad Pyrmont, Coppenbrügge und Salzhemmendorf:

 

Vanessa Traue

 

05151 / 903 3353

 

vanessa.traue@hameln-pyrmont.de

 

 

 

Für Hameln, Bad Münder und Emmerthal:

 

Sven Schnase

 

05151 / 903 3352

 

sven.schnase@hameln-pyrmont.de

 

 

 

Für Hessisch Oldendorf und Aerzen:

 

Tina Begemann

 

05151 / 903 3370

 

tina.begemann@hameln-pyrmont.de

 

 

 

Projektleitende haben die Möglichkeit, sich an meine Kollegin Frau Regina Kitsche zu wenden:

 

Regina Kitsche

 

05151 / 903 3012

 

regina.kitsche@hameln-pyrmont.de

 

 

 

 

 

Sprachmittler oder Sprachmittlerinnen können Kontakt zu Frau Doris Zinnecker aufnehmen:

 

Doris Zinnecker

 

05151 / 903 3014

doris.zinnecker@hameln-pyrmont.de

 

Bei der Stadt Hameln ist es im Moment Frau Altin

Nadia Altin Tel.: 05151 202 3471

Auch der Flüchtlingsrat Niedersachsen war uns immer ein guter Ansprechpartner

0511 - 98 24 60 30     nds@nds-fluerat.org

Danke, Danke, Danke!

 

Hameln, 25. März 2021

 

 

 

Resumee:

 

Die Flüchtlingshilfe der Christlichen Kirchen in Hameln hat zahlreichen Flüchtlingen das Ankommen in Hameln erleichtert und sie in den ersten Jahren ihrer Eingewöhnung begleitet. Ein größeres ehrenamtliches Team aus Hamelner Kirchengemeinden organisierte alles, und stundenweise wurde auch eine Sekretärin angestellt. Inzwischen ist aber die Eingliederung der Flüchtlinge so weit fortgeschritten, dass die ACKH-Flüchtlingshilfe immer weniger gefragt ist. Der große Zustrom ist abgeebbt, Stadt, Landkreis und Jobcenter sorgen für Unterkunft, Unterhalt und Arbeitsvermittlung, Bildungsträger führen Integrations- und Sprachkurse durch, und zunehmend finden Flüchtlinge in bescheidene Arbeitsverhältnisse oder machen eine Ausbildung. Eine organisierte Willkommenskultur ist nicht mehr notwendig, und die ACKH-Flüchtlingshilfe hat deshalb ihre Tätigkeit eingestellt.

 

 

 

Begonnen hat alles schon im Jahr 2014, als die kommende Krise sich abzeichnete. Besonders gebraucht wurde die ACKH-Flüchtlingshilfe dann in den Folgejahren. Ehrenamtlich führten Lehrerinnen und Lehrer insgesamt 12 Sprachkurse durch, die den Ankommenden eine erste Orientierung in ihrer neuen Welt erlaubten. Einkäufe im Supermarkt, ein Radfahrkurs und gemeinsames Kochen machten mit neuen Gepflogenheiten bekannt. Ein Internationaler Treff, einige größere Feste in kirchlichen Räumen und so manche Erlebnisfahrt in die Umgebung schufen Kontakte und Beziehungen. Besonders erwähnt werden können ein Besuch im Wisent-Gehege mit 100 Teilnehmern, eine Ausflugsfahrt auf der Weser mit der Dornröschen, ein Besuch der Sommerrodelbahn in Bodenwerder oder eine Fahrt zum Museumsdorf in Detmold. Fahrräder wurden eingeworben, aufbereitet und an ca. 300 Flüchtlinge weitergegeben. Mit großzügiger Hilfe der Stadt Hameln konnte im FiZ eine Anlaufstelle eingerichtet werden, die 10 Stunden in der Woche besetzt war und zahlreiche Kontakte und Hilfen vermittelte. Parallel zu dem allem baute sich ein Begleiter-Kreis auf, der sich einzelner Flüchtlinge oder Familien besonders annahm, und zunehmend verlagerte sich das ACKH-Engagement in diese Begleitungen. Die daraus erwachsenen Kontakte und Betreuungen waren zahlreich, sie beliefen sich Ende 2019 noch auf 100 Flüchtlinge. Besonders in den Jahren 2015 und 2016 kam aus der Bevölkerung viel Unterstützung in Form von Geld-, Sach- und Fahrradspenden und – besonders erwünscht – Mitmachangeboten.

 

 

 

Freundschaftliche Beziehungen, die aus dem Engagement der ACKH-Flüchtlingshilfe erwachsen sind, bleiben natürlich bestehen. Es wird aber keine Anlaufstelle mehr geben. Die Begleiterinnen und Begleiter, die noch eine fachliche Anlehnung suchen, finden diese bei der Flüchtlingssozialarbeit des Landkreises.

 


Flüchtlingen helfen

Nach dem Ende des Ost-West Konflikts hofften wir, es werde ein Zeitalter des Friedens anbrechen. Das Gegenteil aber ist eingetreten: lokale Kriege flammen überall auf und erzeugen Flüchtlingsströme in ungeahntem Ausmaß.

 

Vergessen wir nicht: Die meisten Flüchtlinge gelangen über die Nachbarländer ihres Krisengebiets nicht hinaus. Die Hauptlast ihrer Unterbringung und Versorgung tragen also andere. Zunehmend viele kommen aber inzwischen auch zu uns nach Europa und besonders nach Deutschland. Sie fliehen vor Vertreibung, Hunger, Krieg, - oft auch vor Folterung, Kreuzigung und Enthauptung. Es sind Menschen, die kommen, und vor ihrem Elend können wir die Augen einfach nicht verschließen.

 

Unsere Flüchtlingshilfe konzentriert sich auf die Flüchtlinge, die aus Kriegs- und besonderen Krisengebieten zu uns kommen und in Hameln Wohnung gefunden haben.

 

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hameln ruft engagierte Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt auf, dabei mitzuwirken!

Wer wir sind

In der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hameln (ACKH) arbeiten Kirchen und christliche Gemeinschaften unserer Stadt zusammen. Aus ihnen hat sich ein Kreis von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gebildet, der die Grundsätze unserer Arbeit beschließt und ihre Projekte trägt.

Um jedes Projekt gruppieren sich weitere Kreise von Ehrenamtlichen, die es im Einzelnen planen und durchführen.

 

Zum engeren Kreis gehören:

Ursula Bomnüter, Silvia Büthe, Heike Büttner, Angelika Ehrlich, Christa Erdmann-Ahlers, Jürgen Habenicht, Heinrich Hagemann, Ursula und Heinrich Kasting,  Fahad Hutsch, Hartmut und Christa Krummheuer, Gerold Lange-Kabitz, Reinhold Marx, Wolfgang Nowotny,  Reiner Wollnik, Udo Wolten.

 

Unsere besonderen Stützpunkte in der Stadt sind für

 

Hameln Nord: die Martin-Luther-Gemeinde

 

Hameln Mitte: die St. Augustinus-Gemeinde

die Reformierte Gemeinde

 

Außerdem kooperieren wir mit anderen Diensten:

Integrationsberatung des AKAK, Freiraum, Impuls, Repair-Café, Netzwerk-Nordstadt, Nordstadt-Treff Heinestraße, Elisabeth-Selbert-Schule, Evangelische Jugend, Caritas

Was die Flüchtlinge brauchen

  • Menschen, die sie willkommen heißen und vermitteln, dass die Zeit ständiger Gefahr und Bedrohung für sie vorbei ist
  • Hilfe, sich in neuer Umgebung zurecht zu finden
  • soziale Kontakte, die in eine neue Gemeinschaft helfen
  • die Möglichkeit, sich die elementarsten Wünsche zu erfüllen
  • die Gewissheit, dass Leben mehr ist als Überleben

Was die Stadt Hameln tut

Flüchtlinge werden der Stadt Hameln über den Landkreis Hameln-Pyrmont vom Land Niedersachsen zugewiesen, das seinerseits einen festen Prozentsatz aller nach Deutschland kommenden Flüchtlinge aufnehmen muss.
Am Tag ihrer Ankunft in Hameln werden sie zunächst angemeldet, zur Orientierung beraten und dann zu ihren bereits eingerichteten Wohnungen gefahren.
Die Einrichtungsgegenstände für die Wohnungen werden über den "zweiten Markt", über Spenden und auch durch Neukauf beschafft.
Die soziale Betreuung in den ersten Monaten umfasst die Anmeldung in Schule und Kita, die Vermittlung von Arztterminen und die Kontaktaufnahme zu anderen Behörden.

Die Kosten der Unterkunft, die Hilfe zum Lebensunterhalt sowie die Krankenversorgung werden nach dem Asylbewerbungsgesetz gewährt.


Unsere christlichen Wurzeln

Die gemeinsame Erklärung der evangelischen und katholischen  Kirchen zum Thema „Flüchtlinge in Niedersachsen“ beginnt mit dem Bibelwort: „Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst, denn ihr seid selbst Fremde gewesen in Ägypten“ (3.Buch Mose/Levitikus 19,34). Es ist erstaunlich, wie sehr  im Alten und im  Neuen Testament die Sorge Gottes gerade auch den Fremden gilt und  wie oft  Flucht- und Migrationsgeschichten im Mittelpunkt stehen -  beginnend mit Abraham, Jakob, Josef und seinen Brüdern bis hin zur Flucht der Eltern Jesu mit ihrem gerade geborenen Sohn nach Ägypten. Jesu besondere Sorge  für die Fremden  ist ihm also zusagen „in die Wiege gelegt worden“. Schon als Neugeborener erlebt er mit seinen Eltern das, was heute millionenfach Menschen in der Welt erleiden müssen. Und die späten Gäste an seiner Krippe, die „Weisen aus dem Morgenland“, stammten  wohl aus dem Irak, einem der heutigen Krisengebiete.

 

So nimmt es nicht wunder, dass Jesus in seiner Offenbarungsrede vom Endgericht neben den Hungrigen und Durstigen ausdrücklich auch die Fremden erwähnt: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ (Matthäus 25,40). Zusammen mit denen, die auf Barmherzigkeit angewiesen sind, legt er sie seiner Gemeinde besonders ans Herz. Die Liebe zum Nächsten ist gleichsam Liebe zu Gott.

 

Der Apostel Paulus fasst  später die Universalität der Liebe Gottes so zusammen: „Hier ist nicht Jude noch Grieche … ihr seid allesamt einer in Christus“ (Galater 3,28).  Und der Hebräerbrief mahnt: „Gastfrei zu sein, vergesst nicht“ (Hebräer 13,2).

 

Hameln hat selbst durchaus Erfahrungen mit der Aufnahme von Fremden in seinen Mauern gemacht. Im 16.Jahrhundert war jeder fünfte (!) Hamelner  ein Hugenotte, also ein Franzose.

Damals schrieb  Lieselotte von der Pfalz an ihre Tante Sophie in Hannover: „Durch die Refugierten  (Flüchtlinge) hat Hameln die Kinder zurückbekommen, die der Ratzenfänger entführet hat.“

 

Diese Gastfreundschaft hat man zu Zeiten leider schmerzlich vermissen müssen.  Wenn heute schon wieder Menschen in unserem Land meinen, Nation und Rasse voranstellen zu müssen, ruft das unseren eindeutigen Widerspruch hervor. Wir berufen uns weiterhin auf das Gebot der Nächstenliebe und Jesu Forderung der Barmherzigkeit und sehen nicht, dass Fremde und Flüchtlinge ausgeschlossen werden dürften. Auch wenn sie einer anderen Religion oder Konfession angehören, möchten wir ihnen freundlich begegnen. Ihnen beizustehen und zu helfen, sehen wir als unseren Auftrag an.

 

Wir wissen uns einig mit allen Menschen guten Willens.